Rassistischer Kaffee
Ich habe mich ja kürzlich über den Vertrieb eines Kaffees mit einem rassistischen Namen aufgeregt. Ich habe beschlossen, den Herstellern mein Unbehagen direkt mitzuteilen. Was ich geschrieben habe, möchte ich hier gerne veröffentlichen. Sollte ich eine Antwort erhalten, werde ich sie hier ebenfalls veröffentlichen. Nachfolgend meine E-Mail an die Firma Hochstrasser, die den schon erwähnten rassistischen Kaffee vertreibt.
Sehr geehrte Damen und Herren,
Ich bin zutiefst empört, dass sie eine Kaffee-Mischung mit dem Namen ‘Negerli’ vertreiben. Wie ich Ihrer Webseite entnehme, ist das die erste eigene Kaffee-Mischung Ihres Hauses aus dem Jahr 1852. Auf der Webseite des Kaffi Schopp lese ich außerdem:
“Die Namensgebung, entstanden im damaligen Zeitgeist, entspricht nicht mehr dem heutigen Duktus. Auch bei Hochstrasser wurde der Ersatz des Namens diskutiert. Doch unterstreicht man bei Hochstrasser mit der Beibehaltung des historischen Namens die Verbindung mit der eigenen Tradition.”
Sie müssen sich ernsthaft fragen lassen, weshalb die “Verbindung mit der eigenen Tradition” mehr wiegen sollte als die Verbindung ihrer Firma mit einem rassistischen Produkt. Der Name ‘Negerli’ ist beleidigend und herabwürdigend, völlig egal, in welcher Zeit der Kaffee entstanden ist.
Durch Umbenennung des Produkts und kritischem Umgang mit der eigenen rassistischen Tradition hat Ihre Firma die Chance, sich von der Assoziation Ihrer Firma mit Kolonialismus und Sklaverei zu distanzieren.
Ich möchte Sie daher bitten, den Kaffee unter anderem Namen zu vertreiben.
Bitte beachten Sie, dass dieser Briefwechsel von mir öffentlich geführt wird und ich dieses Anschreiben wie auch Ihre eventuelle Antwort zu Zwecken der Dokumentation und Aufklärung auf meiner Webseite veröffentlichen werde. Außerdem geht eine Kopie dieser E-Mail an den Verein der braune mob e.V.
Mit freundlichen Grüßen,
Clemens Niederberger
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