Das Gedächtnis des Wassers ist wieder da!
Gerade eben habe ich gelesen, dass Luc Montagnier, der 2008 den Nobelpreis für die Entdeckung des HI-Virus erhalten hat, eine wissenschaftliche Grundlage für die Homöopathie gefunden zu haben behauptet. Er hat vergangenen Juli auf einer Konferenz gesagt, dass die DNS pathogener Bakterien und Viren niederfrequente Radiowellen aussendeten, die ihrerseits das Wasser, in dem die DNS gelöst ist, zu Strukturen ordneten, so dass das Wasser selbst nun auch die Radiowellen aussendete. So würde Wasser Informationen von Stoffen speichern, mit denen es in Kontakt gewesen ist. Tatsächlich hat er schon im Januar 2009 dazu ein Paper (pdf) veröffentlicht. In einer Zeitschrift, in der er selbst Mitherausgeber ist. Zwei Tage nach Einreichen des Papers.
Die meisten Wissenschaftler sind zurecht sehr skeptisch. Der Biologe Tobias Maier schreibt in seinen Blog “WeiterGen” ein paar Worte dazu. Und das Quackometer-Blog geht ein bisschen näher auf die von Montagnier beschriebene und zum Patent angemeldete Apparatur zu Feststellung der besagten Radiowellen ein:
The experimental apparatus itself looks decidedly amateurish with a the central detection mechanism appearing to be a coil of wire plugged into the soundcard of a PC via a device claimed to be invented by another infamous Frenchman, J Benveniste (previous IgNobel winner). Few details are given about this device.
It would appear, at first glance, to be a device designed to pick up background radio emissions. Indeed, the signals appears to be strong around the frequencies emitted by mains equipment and the paper does indeed mention that these signals disappear when attempts are removed to reduce background noise (such as by switching off other equipment). However, rather than conclude that the device is merely picking up noise, the paper asserts that the background noise is required to induce ‘resonance phenomena’.
Der zweite Absatz lautet in etwa: »Auf den ersten Blick scheint es ein Gerät zu sein, das dafür konzipiert wurde, Hintergrund-Radiowellen zu empfangen. In der Tat scheinen die Signale im Bereich der vom Netzgerät emittierten Frequenzen stark zu sein. Das Paper erwähnt tatsächlich, dass die Signale verschwinden, wenn Hintergrundgeräusche reduziert werden (zum Beispiel durch Abschalten anderen Geräts). Anstatt jedoch zu schließen, dass das Gerät lediglich Rauschen empfängt, behauptet das Paper, dass das Hintergrundrauschen benötigt wird, um “Resonanzphänomene” zu induzieren.«
Interessant auch, dass in dem von Montagnier veröffentlichen Paper nicht erwähnt wird, wie die DNS in der Lage ist, Radiowellen auszusenden. Ganz abgesehen davon, dass nur die DNS pathogener Organismen (für wen pathogen? Den Menschen?) die Radiowellen aussenden können soll.
Die Homöopathen freuen sich allerdings.
Ich freue mich auch: „Hallo, Gedächtnis des Wassers! Schön, dass Du wieder da bist! Hatte Dich schon ziemlich vermisst.”